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Gemeinsames Projekt der LA-Regio Kinderklinik St. Marien und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut

Virtual Reality im Motorik-Labor

Virtuell über eine bunte Blumenwiese gehen – Virtual Reality im Motorik-Labor

LA-Regio Kinderklinik St. Marien/ Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut (HAW): 
Ein ebener Fußboden – und doch geht ein Kind plötzlich vorsichtiger, breiter oder schneller: Im Motoriklabor der Kinderklinik St. Marien arbeiten Studierende der Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) Landshut daran, den Laborraum mittels VR-Brillen (Virtuelle Realität) in eine naturinspirierte Umgebung zu verwandeln, um im zweiten Schritt gemeinsam mit dem Klinikteam zu erproben, wie sich das Gangbild von Kindern verändert, wenn sie glauben, auf einem anderen Untergrund oder in einer anderen Umgebung unterwegs zu sein. 

Ein erstes Poster der Hochschule zum Projekt wurde bereits am 2. Juli 2026 beim Innovationsforum Medizintechnik an der Hochschule Landshut vorgestellt; nun folgen praktische Testtermine direkt im Motoriklabor – mit HAW-Studierenden und „Demo-Kindern“.

Das Motoriklabor der Kinderklinik St. Marien ist seit April 2024 in Betrieb und gilt als das einzige klinische 3D-Motoriklabor Niederbayerns sowie als die einzige Kinderklinik im deutschsprachigen Raum mit einem markerlosen 3D-Motion-Capture-System im klinischen Einsatz. Auf einer 14 Meter langen Gehstrecke erfassen elf Kameras, vier Kraftmessplatten, Oberflächen-EMGs und eine Fußdruckmessplatte die Bewegungen der Kinder in feinsten Details. Das Labor ist spendenfinanziert entstanden und arbeitet in der Forschung eng mit der Hochschule Landshut, dem Ganglabor der Kinderklinik Olgahospital am Klinikum Stuttgart und dem Ganglabor des Klinikum Bayreuth zusammen. 

In dem neuen VR/AR-Projekt geht es darum, wie Kinder auf virtuell simulierte Umgebungen wie z.B. Wiese, Schotterweg, Steg, Bäume reagieren – und ob sich daraus neue Erkenntnisse für die Bewegungsanalyse oder die Motivation in der Physiotherapie ableiten lassen. 

„Spannend ist, ob wir Dank der virtuellen Welt in ein und demselben Raum unterschiedliche Umgebungen „real“ werden lassen können. Wenn dies funktioniert, dann könnten wir einen noch besseren Einblick bekommen, wo und warum ein Kind im Alltag, z.B. beim Gehen Schwierigkeiten hat und somit Therapien gezielter gestalten. Wir hätten ein ergänzendes Tool für Diagnostik und Therapie; gepaart mit hoher intrinsischer Motivation, sagt Katharina Nirmaier, die Leiterin des Motoriklabors an der Kinderklinik.

„Für uns ist das Ganglabor der Kinderklinik ein ideales Testumfeld“, erklärt Prof. Dr. Christopher Auer, Professor für Mixed Reality an der Hochschule Landshut und wissenschaftlicher Projektpartner des Motoriklabors am SPZ der Kinderklinik St. Marien. „Die Studierenden entwickeln eine kindgerechte virtuelle Welt und müssen dabei zugleich die besonderen Anforderungen der klinischen Ganganalyse berücksichtigen sowie die technischen Herausforderungen der VR-Anwendungsentwicklung meistern. Die vorgegebene Gehstrecke, Start- und Endmarkierungen sowie räumliche Begrenzungen werden durch virtuelle Elemente wie Zäune, Steine, Tiere oder verschiedene Untergründe visualisiert. Gleichzeitig ist sicherzustellen, dass Hände, Arme und Beine des Kindes mittels einer Art „Tiefenfilter“ auch in der virtuellen Umgebung jederzeit sichtbar bleiben.“

Die internationale Forschung liefert bereits Hinweise darauf, dass Kinder mit Gangauffälligkeiten alltägliche Gehaufgaben – etwa das Überschreiten eines Hindernisses oder das Balancieren auf einem schmalen Steg – in virtuellen Umgebungen ähnlich bewältigen wie in der realen Welt. Das Landshuter Projekt knüpft an diesen Forschungsstand an, mit einem eigenen, lokalen Schwerpunkt im Motoriklabor der Kinderklinik. 

 

 

 

Bilder: LA-Regio Kinderklinik und Hochschule Landshut
Weiteres Material auf Anfrage unter Beachtung des Datenschutzes

 

Hintergrund für Redaktionen

Ganglabor/Motoriklabor der Kinderklinik St. Marien: Seit April 2024 in Betrieb; markerlose 3D-Bewegungsanalyse (11 Kameras), 4 Kraftmessplatten, Oberflächen-Elektromyographie (EMG) zum Messen der elektrischen Aktivität von Muskeln, Fußdruckmessplatte; einziges klinisches 3D-Motoriklabor Niederbayerns und einzige DACH-Kinderklinik mit diesem System im klinischen Einsatz; spendenfinanzierter Neubau (rund 1,2 Mio. Euro).

Poster „Virtual-Reality-Anwendungen im Ganglabor“ (Hochschule): Vorgestellt beim Innovationsforum Medizintechnik der Hochschule Landshut am 2. Juli 2026, einer Fachveranstaltung mit rund 140 Teilnehmenden aus Wissenschaft, Medizin und Industrie.

Ganglabor Kinderkrankenhaus St. Marien: 
https://www.g-a-m-m-a.org/labore/motoriklabor-kinderkrankenhaus-st-marien-ggmbh-landshut/

Forschungsbereich Medizintechnik, Hochschule Landshut:
https://www.haw-landshut.de/forschung/forschungsbereiche/medizintechnik

Pressekontakt LA-Regio Kinderklinik St. Marien: Elke Abstiens, Standortleitung Unternehmenskommunikation, 0871 852-1424, uk.stmarien@la-regio-kliniken.de
Pressekontakt HAW Landshut: Josef Saller, Wissenschaftskommunikation Hochschule Landshut
0871 506-154, pressestelle@haw-landshut.de