Radioonkologie und Strahlentherapie

In unserer Abteilung für Radioonkologie und Strahlentherapie verbinden wir modernste technische Ausstattung mit der Expertise erfahrener Ärzte. Unser Anspruch ist es, jedem Patienten ein individuell abgestimmtes, optimales Therapiekonzept anzubieten.

Die Strahlentherapie kann unterschiedliche Ziele verfolgen: kurativ – mit dem Ziel, die Erkrankung zu heilen, oder palliativ – wenn Beschwerden gelindert und die Lebensqualität verbessert werden sollen. Zusätzlich kann in verschiedenen Situationen – zum Beispiel bei der Oligometastasierung (begrenzte Metastasierung) – eine präzise lokale Therapie wie Stereotaxie oder Radiochirurgie die Systemtherapie unterstützen, um die Erkrankung länger zu kontrollieren und die Prognose zu verbessern.

An unseren Linearbeschleuniger True Beam der Firma Varian nutzen wir modernste Verfahren wie Stereotaxie, Radiochirurgie, atemgetriggerte Strahlentherapie und SGRT. Als einzige Strahlentherapie in Niederbayern bieten wir Speziallagerungen in Bauchlage wie Sagittilt für besonders schonende Brustbestrahlungen an.

In unserer Abteilung für Strahlentherapie nutzen wir auch modernste Software mit KI‑Unterstützung (bei der Konturierung von Risikoorganen). Das schafft mehr Zeit für das persönliche Gespräch. Wir setzen auf gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) und beraten Sie umfassend.

Inhaltsverzeichnis

Spezialisten

Klinik Landshut-Mitte

Porträt von Michal Devecka
Dr. med MUDR. Ing. Michal Devečka
Chefarzt
Facharzt für Strahlentherapie
Porträt von Christoph Staube
PD Dr. med. Christoph Straube
Leitender Oberarzt
Facharzt für Strahlentherapie
Porträt von Lukas Käsmann
PD Dr. med. Lukas Käsmann
Oberarzt
Facharzt für Strahlentherapie
Porträt von Stephan Panzer
Stephan Panzer
Leitender Medizinphysikexperte
Porträt von Elke Winderl
Elke Winderl
Leitende Medizinische Technologin

Spezialtechniken & moderner technischer Standard

Radiochirurgie – einmalige hochdosierte Präzisionsbehandlung: Die Radiochirurgie kommt insbesondere bei Hirnmetastasen zum Einsatz und ist bei asymptomatischen, kleinen Herden oft die bevorzugte Methode. Dabei werden extrem hohe Bestrahlungsdosen submillimetergenau appliziert – so präzise, dass häufig nur eine einzige Behandlungssitzung erforderlich ist. Diese Technik kann eine operative Entfernung der Metastase sowie einen Krankenhausaufenthalt ersparen.

Fraktionierte Stereotaxie (Stereotaktische Radiotherapie): Auch hier werden sehr hohe Dosen mit submillimetergenauer Präzision verabreicht, jedoch auf mehrere (meist 3–5) Sitzungen verteilt. Eingesetzt wird sie bei größeren Hirnmetastasen oder bei Tumoren wie Lungenkrebs, hepatozellulärem Karzinom, Nierenzellkarzinom, Pankreaskarzinom sowie bei Oligometastasen (z. B. in Knochen-, Lymphknoten-, Nebennieren- oder Leber- und Lungenmetastasen).

Atemgetriggerte Strahlentherapie (DIBH / Gating): Für Organe, die sich mit der Atmung bewegen (Lunge, Nebennieren, Nieren, Leber, Pankreas), steigert Gating die Zielgenauigkeit und schont gesundes Gewebe – insbesondere bei der stereotaktischen Radiotherapie. Zusätzlich setzen wir die atemgetriggerte Technik bei linksseitigem Brustkrebs ein: Das bewusste tiefe Einatmen vergrößert den Abstand zwischen Brust und Herz, sodass Herz und Herzkranzgefäße bestmöglich geschont werden.

SGRT – markerlose Oberflächenüberwachung: Surface‑Guided Radiotherapy überwacht die Patientenlagerung in Echtzeit berührungslos und ohne Hautmarker/Tätowierungen. Das ist präzise und alltagsfreundlich: Patienten müssen nicht mit aufgemalten Markierungen oder Tattoos leben, können normal duschen und fühlen sich im Alltag weniger eingeschränkt.

Sagittilt – Brustbestrahlung in Bauchlage: Sagittilt ist eine spezielle Lagerung ausschließlich für die Brustbestrahlung in Bauchlage. Sie schont Lunge und Herz deutlich und reduziert – insbesondere bei größeren Brüsten – die Hautbelastung durch eine homogenere Dosisverteilung.

IMRT / VMAT: IMRT (intensitätsmodulierte Strahlentherapie) moduliert die Strahlenintensität für maximale Organschonung. VMAT (volumenmodulierte Arc‑Therapie) ermöglicht eine schnelle, dynamische Bestrahlung über rotierende Bögen.

IGRT – bildgestützte Strahlentherapie: Vor jeder Sitzung wird die Lagerung mit Bildgebung überprüft, um die exakte Zielgenauigkeit sicherzustellen.

CBCT – Cone‑Beam‑CT: Direkt am Bestrahlungsgerät erzeugtes 3D‑Röntgenbild unmittelbar vor der Behandlung; es zeigt die aktuelle Lage von Zielgebiet und Organen und erlaubt millimetergenaue Anpassungen.

6D‑Tisch (Varian TrueBeam): Präzise Korrekturen in allen sechs Freiheitsgraden (Translation und Rotation) ermöglichen Submillimeter‑Genauigkeit.

Eine Hand deutet auf eine auffällige Stelle in einer Aufnahme am Bildschirm.

Organerhaltende Strahlentherapie

Viele Tumorerkrankungen können heute ohne Operation geheilt werden.

  • Kehlkopfkrebs (vermeidet oft ein Tracheostoma)
  • Analkarzinom (meist kein Kolostoma notwendig)
  • Rektumkarzinom (in ausgewählten Situationen Vermeidung eines künstlichen Darmausgangs)
  • Prostatakarzinom (geringeres Risiko für Inkontinenz, besserer Potenzerhalt)

Auch bei weiteren Erkrankungen kann Strahlentherapie Operationen oder invasive Verfahren ersetzen, z. B. beim hepatozellulären Karzinom (HCC), Nierenzellkarzinom und Lungenkarzinom.

Bei bestimmten, geeigneten Stadien des Harnblasenkarzinoms (insbesondere muskelinvasive Tumoren im frühen Stadium, die gut auf eine kombinierte Behandlung ansprechen) besteht die Möglichkeit einer blasenerhaltenden Therapie. Dabei wird die eigene Harnblase durch eine Kombination aus Strahlen‑ und Systemtherapie behandelt, sodass eine Entfernung der Harnblase häufig vermieden werden kann.

Unsere Experten beraten Sie gerne individuell.

Eine MRT-Aufnahme

Brachytherapie

Bei der Brachytherapie wird eine Strahlenquelle vorübergehend direkt im oder unmittelbar am Tumor platziert. Dadurch entsteht eine sehr hohe Dosis im Zielgebiet bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden Gewebes.

Wir bieten Brachytherapie insbesondere beim Endometriumkarzinom und beim Zervixkarzinom an.

Patienteninformation

Ablauf der Strahlentherapie

Erstgespräch & interdisziplinäre Planung
Welche Unterlagen wir benötigen
Planungs‑CT
Strahlentherapie‑Planung
Durchführung
Die wichtige Rolle unserer Medizinischen Technologen (MTRs)
Simultane Chemotherapie
Abschluss & Nachsorge
Eine MTR mit einer liegenden Patientin vor dem Linearbeschleuniger.

Medizinphysik

Eine moderne Strahlentherapie ist immer eine Teamleistung. Neben Ärztinnen und Ärzten sowie unseren MTRs spielen die Medizinphysikerinnen und Medizinphysiker eine zentrale Rolle. Ohne sie wäre eine präzise und sichere Behandlung nicht möglich.

Bestrahlungsplanung

Gemeinsam mit den Ärzten entwickeln sie den physikalischen Bestrahlungsplan. Dafür berechnen sie, nach ärztlichen Vorgaben:

  • aus welchen Winkeln bestrahlt wird
  • wie stark die Strahlung sein soll
  • wie die Dosis optimal im Körper verteilt wird – damit der Tumor zuverlässig getroffen und gesundes Gewebe maximal geschont wird

Dosimetrie

Sie prüfen und messen die Strahlendosis, um sicherzustellen, dass Sie genau die richtige Menge Strahlung erhalten – nicht zu viel und nicht zu wenig.

Qualitätssicherung

Medizinphysiker testen alle Bestrahlungsgeräte regelmäßig – täglich, wöchentlich und monatlich. So wird höchste Sicherheit gewährleistet.

Strahlenschutz

Sie überwachen alle gesetzlichen Sicherheitsvorgaben und sorgen dafür, dass Strahlung nur dort wirkt, wo sie wirken soll – zum Schutz von Patienten, Mitarbeitenden und Umwelt.

Abteilungsübergreifende Expertise

Ihre Fachkenntnis ist auch in der Radiologie, Nuklearmedizin und überall dort gefragt, wo mit Röntgenstrahlung gearbeitet wird. Damit sichern sie nicht nur die Strahlentherapie, sondern die gesamte bildgebende Medizin der Klinik.

Der leitende Medizinphysikexperte Stephan Panzer am Linearbeschleuniger.
Wir sind für Sie da

Sprechzeiten & Kontakt

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Sekretariat Radioonkologie und Strahlentherapie Landshut-Mitte