Hospiz Vilsbiburg
Menschen benötigen in ihrer letzten Lebensphase besondere Zuwendung und Unterstützung. Dazu gehören unter anderem Symptomfreiheit, Geborgenheit in schöner Umgebung und im Kreis von vertrauten Menschen. Außerdem sollen sie professionelle palliativmedizinische und -pflegerische Betreuung sowie auf Wunsch eine verlässliche psychosoziale und spirituelle Begleitung erhalten. Um dies zu gewährleisten, ist das Hospiz sowohl pflegerisch als auch räumlich auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten.
Das betreuende Team stellt die Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner in den Mittelpunkt. Das Pflegeteam ist speziell für die Hospiz- und Palliativversorgung ausgebildet. Das Leben in unserem Hospiz richtet sich nach den Bewohnern. Alles Tun hat das Ziel, würdige und weitgehend selbstbestimmte Tage zu ermöglichen. Die Medizin tritt – so weit als möglich – in den Hintergrund. Die liebevolle Umsorgung und Zeit mit den Angehörigen tritt in den Vordergrund, gemäß dem Ausspruch von Cicely Saunders, der Begründerin der modernen Hospizbewegung: „Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.“
Informationen für Betroffene und Angehörige
Viele Menschen wissen nicht, was ein Hospiz überhaupt ist. Manche denken, ein Hospiz war die Bezeichnung für ein Krankenhaus im Mittelalter, andere haben gewisse Berührungsängste mit der Thematik, weil sie wissen, dass es mit dem Tod zu tun hat. Das Hospizteam möchte Ihnen zeigen, dass es um das Leben geht, um das Leben bis zuletzt.
Nicht dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben geben.
Cicely Saunders; 1918 - 2005
Das Hospiz Vilsbiburg steht für schwerstkranke und sterbende Menschen offen, wenn eine Betreuung zuhause oder in Pflegeeinrichtungen nicht möglich und eine Betreuung rund um die Uhr notwendig ist. Die Hospizbewegung ist eine Bürgerbewegung, die von vielen Ehrenamtlichen mitgetragen werden sollte. Ihre Zielsetzung ist eine ganzheitliche Sterbebegleitung mit qualifizierter Schmerztherapie und Symptomkontrolle sowie seelsorgerischer und psychosozialer Begleitung. Sterben ist ein natürlicher Prozess im Leben. Sterben ist Teil des Lebens. Der sterbende Mensch ist und bleibt Teil der Familie und des sozialen Umfeldes. Krank werden, älter werden und Abschied nehmen gehören zum Leben. Unterstützung und Entlastung der Angehörigen gehört ebenfalls zur Hospizarbeit.
„Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen.“ Die Hospizbewegung bejaht das Leben und betrachtet das Sterben als einen normalen Prozess. Der Tod gehört zum Leben und der Kranke hat Anspruch auf ein würdevolles Leben bis zuletzt. Die Betreuung ist auf den ganzen Menschen ausgerichtet. Es geht nicht nur um medizinische Behandlung, sondern bedeutend ist auch die psychosoziale und seelsorgerische Begleitung.
„Es macht schutzbedürftige Menschen so verletzlich, dass sie glauben, sie wären eine Last für die anderen. Die Antwort ist eine bessere Betreuung der Sterbenden, um sie zu überzeugen, dass sie immer noch ein Teil unserer Gesellschaft sind.“
Quellen: The John C. Liebeskind History of Pain Collection; McGill Reporter: A career of compassion
Anders als im Heim oder Krankenhaus ist nicht die Verlängerung des Lebens das oberste Ziel, sondern die Verbesserung der Lebensqualität. Familie und Freunde der Betroffenen können ihre Angehörigen begleiten und finden auch selbst Unterstützung. Das Hospiz richtet sich im Wesentlichen an Patienten, die an einer unheilbaren Erkrankung leiden, bei der eine Heilung ausgeschlossen sowie eine palliative Versorgung notwendig ist und deren Verlauf lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.
Die Kriterien für die Aufnahme müssen von einem behandelnden Arzt bescheinigt und vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen zu Beginn und im Verlauf überprüft werden. Nach einem Aufnahmegespräch wird ein Zeitpunkt für den Einzug in das Hospiz festgelegt. Jeder Hospizbewohner bekommt sein eigenes Zimmer und kann persönliche Gegenstände mitbringen. Familienmitglieder oder enge Freunde können ihre Angehörigen ins Hospiz begleiten.
Für eine Anmeldung sind folgende Unterlagen notwendig:
- Aktuellster Arztbericht
- Bescheinigung für §39
- Ärztliche Bestätigung über die Notwendigkeit der stationären Hospizversorgung
Finanziert wurde die Errichtung des Hospizes durch den Landkreis und die Stadt Landshut, den Träger LA-Regio Kliniken sowie durch Spenden. Die Kosten für den Hospizaufenthalt der Bewohner werden von Kranken- und Pflegekassen sowie dem Träger übernommen. Dadurch entstehen bei gesetzlich Versicherten keine Kosten. Privat Versicherte müssen mit ihrer Kasse klären, ob die Kosten übernommen werden.
Das Hospiz Vilsbiburg verfügt über zehn Zimmer, die jeweils 28 Quadratmeter groß sind und zu denen jeweils ein behindertengerechtes Bad gehört. Jeder Bewohner erhält sein eignes hell und freundlich gestaltetes Zimmer, welches er komplett oder zusätzlich mit persönlichen Gegenständen ausstatten darf.
Kinder trauen anders
Liebe Eltern, Großeltern, liebe Erwachsene,
uns im Hospiz Vilsbiburg liegt eine einfühlsame Begleitung auch der angehörenden Kinder sehr am Herzen. Auch Kinder begegnen Sterben und Tod. Der erste Impuls vieler Erwachsener ist es die Kinder vor der Begegnung mit dem Tod zu schützen.
Doch eigentlich wissen wir: Sterben, Tod und Trauer gehören auch zum Leben von Kindern. Es liegt an uns ihnen zuzutrauen, die Themen rund um Sterben und Tod bewältigen zu können. Denn Kinder können das sehr gut, wenn sie dabei unsere Unterstützung im Umgang damit bekommen. Kinder haben auch das Recht auf Trauer und sollten nicht abgegrenzt werden.
Natürlich gibt es Herausforderungen für die Kinder:
- Der Verlust eines nahestehenden Angehörigen oder eines Freundes in der Kindheit ist eine schwere Erfahrung.
- Es erschüttert sie in ihren Grundfesten.
- Zum Verlust der geliebten Person kommt oft auch noch eine veränderte familiäre Situation, auf die sich das Kind einstellen muss.
- Kinder haben kaum Möglichkeiten sich durch Fragen Informationen zu holen, die sie brauchen und sehen den Tod eines nahestehenden Menschen als Verunsicherung.
- Unbegrenzte und ungefilterte Informationen aus dem Internet können ebenfalls ängstigen.
Daher sind Kinder auf Erwachsene und deren Beistand angewiesen und eine einfühlsame Begleitung ist von großer Bedeutung. Wie können Sie eine solche Begleitung gestalten?
- Eine gute, stufenweise und altersgemäße Information über den Tod gehören dazu.
- Kinder und ihre Begleitpersonen sind selbstverständlich dazu eingeladen ihren erkrankten Angehörigen bei uns zu besuchen.
- Versuchen Sie gerne gemeinsame fröhliche Erinnerungen hier im Hospiz zu schaffen.
- Ermöglichen Sie die Einladung des persönlichen Verabschiedens am Sterbebett in Begleitung eines vertrauten Erwachsenen.
- Auch wenn der Tod eingetreten ist, ist es für Kinder, wie auch für uns Erwachsene, wichtig die Umstände des Todes zu kennen.
- Wir empfehlen mit den Kindern gemeinsam am aufgebahrten Leichnam (am Totenbett) Abschied zu nehmen. Vielleicht möchte das Kind seinem geliebten Angehörigen auch noch etwas mitgeben auf seine Reise.
- Geben Sie auch die Möglichkeiten, Kinder bei der Mitgestaltung von Trauerfeier / Begräbnis zu integrieren, wenn sie es möchten.
Bei all dem sollten Sie bedenken, dass Kinder in der Gegenwart leben, dem Leben zugewandt sind. So können Momente großer Traurigkeit auf fröhliches Spielen rasch folgen. Lassen Sie die Kinder deshalb selbst festsetzen, Wann und Wie sie bei Was teilnehmen möchten.
Trauen Sie den Kindern diese Entscheidungen getrost zu! Wenn sich Unsicherheiten und Ängste ergeben, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir haben einen Schatz an Handwerkszeug speziell für Kinder im Umgang mit Tod und Sterben zusammengestellt um eine altersentsprechende Begleitung zu ermöglichen. Wir bieten Ihnen gerne unsere umfassende Unterstützung an und sind für Sie und Ihre Kinder da.
Leitungsteam
Kontakt
Hospiz Vilsbiburg
Kremplsetzerweg 5a
84137 Vilsbiburg
Vereine und Unterstützer
Der Verein unterstützt das stationäre Hospiz Vilsbiburg bei der Erfüllung der Aufgaben finanziell, um so den Hospizbewohnern die bestmögliche Betreuung zukommen zu lassen. Die Gelder werden für Leistungen, die für die Hospizbewohner erbracht werden, verwendet - beispielsweise:
- Anwendungen, die nicht von der Kasse bezahlt werden wie Physiotherapie, Massagen etc.
- Freundliche und den Bewohnerbedürfnissen entsprechende Ausstattung des Hospizes
- Besondere Wünsche der Hospizbewohner (Speisen, DVD´s, CD´s)
Das Augenmerk des Fördervereins des Hospizes Vilsbiburg liegt auf der Hospizausstattung, der Deckung der laufenden Kosten und sonstigen Angeboten, die die Bewohner im Hospiz erhalten. Der Förderverein des Hospizes Vilsbiburg freut sich über jede Einzelspende und jede Mitgliedschaft. Alle Spenden und Jahresbeiträge fließen direkt dem Hospiz und damit den Hospizbewohnern zu.
Spendenkonto: IBAN: DE87 7435 0000 0000 2881 01
Weitere Informationen:
Förderverein des Hospizes Vilsbiburg
Vorstand Petra Freiberg
Achdorfer Weg 3
84036 Landshut
Telefon: 0871/404-2163
E-Mail: petra.freiberg@la-regio-kliniken.de
Hospize sind für Schwerstkranke oft die einzige Alternative, wenn eine Krankenhausbehandlung nicht mehr gewollt wird oder aus medizinischer Sicht nicht mehr möglich ist, jedoch ein Pflegeheim oder ein Sterben zuhause aufgrund unzureichender pflegerischer Versorgungsmöglichkeiten nicht in Frage kommt. Das im Januar 2012 eröffnete Hospiz Vilsbiburg ist das erste Hospiz Niederbayerns. Das ehemalige Landshuter Kommunalunternehmen für medizinische Versorgung (LAKUMED) hatte sich zusammen mit dem Landkreis Landshut und niedergelassenen Ärzten – allen voran der Landshuter Onkologin und Palliativmedizinerin Dr. Ursula Vehling-Kaiser und dem Vilsbiburger Arzt Dr. Wolfgang Stieß – sowie dem Vilsbiburger Hospizverein die Errichtung eines Hospizes zur Aufgabe gemacht. Niederbayern war bis 2011 neben der Oberpfalz der einzige Regierungsbezirk Bayerns ohne stationäres Hospiz. Das Sozialministerium hat für Niederbayern den Bedarf von insgesamt zwanzig Hospizplätzen ermittelt.
Palliativmedizinisch onkologisches Netzwerk für schwerstkranke Patienten
Palliativmedizinisch qualifizierte Haus- und Fachärzte, die die Hospizidee unterstützen, arbeiten in Vilsbiburg Hand in Hand. Durch die LA-Regio Kliniken stehen bereits seit Jahren Pflegekräfte und Ärzte mit palliativmedizinischer Zusatzausbildung sowie speziell palliativmedizinisch ausgebildete niedergelassene Ärzte zur Verfügung. Der Träger hatte sich bereits mit der Eröffnung einer Palliativstation im Jahr 2005 für die Optimierung der Versorgung Schwerstkranker stark gemacht. Das Hospiz ist eine Abrundung des palliativmedizinischen onkologischen Netzwerkes und das bereits mehrfach – auch international – ausgezeichnet wurde. Durch das Netzwerk an stationären und ambulanten Versorgungsmöglichkeiten wird in der Region eine umfassende, allen Patientenbedürfnissen gerecht werdende Versorgung für schwerstkranke Patienten angeboten – sowohl stationär als auch ambulant.